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DRK Berlin Südwest gGmbH

Düppelstraße 36
12163 Berlin

Ansprechpartner:
Holger Höringklee

Geschäftsführer

Telefon 030. 79 01 13-0
Telefax 030. 79 01 13-33
E-Mail: info-center@drk-berlin.net

Notunterkunft für Flüchtlinge aus aller Welt

Sie kommen vor allem aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, afrikanischen Ländern und einige wenige aus Balkanstaaten. 151 Männer und 41 Frauen und Kindern gibt das DRK Berlin Südwest in der  Sochos-Sporthalle in Steglitz  mehr als ein Dach über dem Kopf. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter decken ein weites Sprachenspektrum ab: Arabisch, Farsi, Urdu, Russisch, Griechisch und natürlich Englisch, Französisch und Deutsch. Eine wichtige Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf in der Mitte Oktober spontan eröffneten Notunterkunft. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen bieten erste niederschwellige  Deutschkurse an. Eins von vielen willkommenen offenen  Angeboten, das von den Flüchtlingen  gerne angenommen wird.

 

Es ist die zweite von mittlerweile  drei Flüchtlings-Notunterkünften des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin. Seit dem 15. Oktober 2015 stehen den Flüchtlingen in der Haupthalle  Betten für 159 Männer und in der Nebenhalle für 41 Frauen und Kinder zur Verfügung.

In den ersten Tagen haben die ehrenamtlich organisierten Bereitschaften des DRK Kreisverbandes Steglitz-Zehlendorf e.V. gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft DRK Berlin Südwest Soziale Arbeit, Beratung und Bildung gGmbH (SABB) nachhaltige Strukturen aufgebaut. Dabei wurden sie von Bereitschaftsmitgliedern der DRK Kreisverbände Schöneberg-Wilmersdorf  und Tempelhof-Kreuzberg unterstützt. Inzwischen versorgen acht hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DRK Berlin Südwest SABB die Flüchtlinge, unterstützt von ehrenamtlichen DRKlern und freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung.

Die Unterkunft ist schon jetzt in die Netzwerke der freiwilligen Helfer im Bezirk integriert und erfährt dort breite Unterstützung. Die Akzeptanz der DRK-Notunterkunft in der Nachbarschaft und im Bezirk ist sehr hoch.

Holger Höringklee, Geschäftsführer der DRK Berlin Südwest SABB gGmbH lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo)  und den Bereitschaften des DRK. „Unsere Strukturen sind prädestiniert für solch umfängliche Aufgaben. Durch die Erfahrungen im Katastrophenschutz ist ein schneller, unkomplizierter und strukturierter Aufbau einer Notunterkunft unseren Bereitschaften selbstverständlich.“

Erstes Baby in der Flüchtlingsnotunterkunft

Die Wehen setzten am späten Abend des 4. November bei der aus Syrien geflüchteten Frau ein. Es war das erste Mal in der zu dem Zeitpunkt keine drei Wochen alten Notunterkunft, dass sich die Mitarbeitenden des DRK Berlin Südwest in der Rolle der Geburtshelfer wiederfanden. Die junge Frau war erst an dem Abend  alleine mit ihren beiden vierzehn Monate und fünf Jahre alten Kindern in der Turnhalle angekommen, als ihre Fruchtblase vorzeitig platzte. Von ihrem Mann wurde sie auf der Flucht getrennt, er ist noch in der Türkei. Da war es ein Segen für die werdende Mutter, ihre kleinen Kinder und uns vom DRK Berlin Südwest, dass sich sofort eine  achtzehnjährige, Englisch sprechende Syrerin aus der Notunterkunft spontan anbot, zu übersetzen und die Familie ins Krankenhaus zu begleiten. In der Nacht zum 5. November wurde ein kleiner Junge per Kaiserschnitt entbunden! Mutter und Sohn geht es gut! Im Anschluss an den fünftägigen  Krankenhausaufenthalt konnten wir die Familie wieder zusammenführen, nachdem die beiden kleinen Geschwisterkinder nicht im Krankenhaus bleiben  konnten. Wir haben die junge Mutter mit ihren drei Kindern in einer anderen DRK-Flüchtlingseinrichtung untergebracht, wo ihnen ein Zimmer mit Bad zur Verfügung steht.

 

*Die Fotos auf dieser Seite sind nicht in unserer Flüchtlingseinrichtung entstanden. Das dient dem Schutz der von Verfolgung bedrohten Menschen in unserer Einrichtung.

Sprechstunde in der Turnhalle

Engmaschige medizinische Versorgung der Flüchtlinge durch ehrenamtliche Ärzte

Viele der Bewohner können über längere Zeiträume nicht beim LaGeSo registriert werden. Deshalb verfügen sie über keinerlei Krankenversicherungs-Schutz. Auf diesen Notstand reagierte  das Deutsche Rote Kreuz in Steglitz umgehend. Jetzt stellt die medizinische Versorgung der Betroffenen einen Schwerpunkt unserer Arbeit dar.

Innerhalb kürzester Zeit konnten Mitglieder der Bereitschaft Steglitz vor Ort einen Sanitätsraum einrichten, der in vielen Ausstattungsmerkmalen inklusive Dokumentation einer Hausarztpraxis gleich kommt. Dieser ermöglicht den Helfern vor Ort eine auf die häufig allgemeinmedizinischen Bedürfnisse zugeschnittene Versorgung der Patienten aller Altersstufen.

Optimiert wird die Behandlung der Flüchtlinge zusätzlich auch durch ehrenamtliche Ärzte unterschiedlichster Disziplinen, die sich exklusiv in dieser Unterkunft engagieren und freiwillig und kostenlos Flüchtlinge ärztlich behandeln.
So ist es uns möglich, im Schnitt drei bis viermal pro Woche ärztliche Sprechstunden vor Ort in der Unterkunft anzubieten!

Um in Abwesenheit von Ärzten und Rettungsdienstpersonal eine zusätzliche Orientierung in medizinischen Fragen zu bieten, stehen erfahrene Mitglieder der Bereitschaft Steglitz den haupt- und ehrenamtlichen Kräften vor Ort mit einem telefonischen 24-Stunden-Hintergrunddienst zur Beratung in schwierigen medizinischen Fragen zur Verfügung.